Die Lokomotive ist eine Miniaturlokomotive ohne konkretes Vorbild,

aber nach typisch südafrikanischen Baugrundsätzen (SAR)

von Holger Haußmann

im Maßstab 1 : 8 gebaut

 
Technische Daten:
 
Achsfolge: 1' D 1'  
Länge über Kupplungen: 2560 mm
Breite: 350 mm
Höhe: 490 mm
Gewicht der betriebsbereiten Lok: 250 kg
Kesselrohrdurchmesser: 200 mm
Kesseldurchmesser außen: 218 mm
Zahl der Heizrohre: 29  
Zahl der Rauchrohre: 5  
Heizfläche: 95 dm2
Rostfläche: 5,2 dm2
Wasserinhalt des Kessels bei NW 18 dm3
maximaler Kesseldruck: 8 bar
Kuppelraddurchmesser: 150 mm
Laufradduchmesser: 85 mm
gesamter Radstand: 1.010 mm
Kolbendurchmesser 48,7 mm
Kolbenhub: 64 mm
Inhalt des Kohlenkastens: 15 kg
Inhalt des Wasserkastens: 43 dm3

 

Große Revision der Jagstzell 

 

Am Mittwoch, den 18. Dezember 2013,

begannen wir gemeinsam mit Holger in unserer Werkstatt,

die Jagstzell zur notwendigen Revision zu zerlegen.

Am darauffolgenden Donnerstag verstarb Holger überraschend.

Nachdem klar war, dass die Jagstzell in Holgers Sinne im Verein verbleiben soll,

wurde die große Revision weiter in Angriff genommen.

 

Aufgrund der zu schwachen Ausführung der Querträger,

waren sie teilweise verbogen. Und auch die Spurkränze der Räder

hatten bei Wiegebewegungen der Lok zu wenig Platz und schliffen an den Querträgern.

Sie mussten also neu konstruiert werden!

 

Manche Räder saßen nicht mehr fest auf den Achsen!

Andere hatten Ausbrüche an den Spurkränzen und bei fast allen waren die Kurbelzapfen eingelaufen!

Diese Reparatur überließen wir dem Fachmann der Firma Zimmermann in Öhringen.

 

So sehen sie aus - die neuen, wasserstrahlgeschnittenen Querträger.

Jetzt aus 3mm starkem Blech!

 

Ein großes Stück Arbeit ist zu einem sichtbaren Ergebnis geworden!

Ein neuer, stabilerer Rauchkammerträger - neue Querträger -

neue Umlaufbleche - und ein neues Hinterteil des Außenrahmens.

 

Aufarbeitung der muldenförmig eingelaufenen Schieberspiegel.

 

Die Kolben mussten komplett neu gefertigt werden.

Zuvor waren Kolben aus Aluminium verbaut.

Ein absoluter Quatsch, denn die waren so oxidiert,

dass zum einen die Kolbenringe sich überhaupt nicht mehr bewegen konnten

und zum anderen waren die Kolben durch die Korrosion so fest in den Zylindern,

dass sie nur mit roher Gewalt daraus entfernt werden konnten!

 

Beim Sandstrahlen des Original-Tenders zeigte sich,

dass in der Vergangenheit Kalkablagerungen die Rostlöcher am Tenderboden abdichteten!

Schnelle Abhilfe schaffte die Koppelung der Lok "Jagstzell" mit dem Kastentender der Lok "Paul".

 

Der linke Zylinder der Firma Zimmermann mit neuer Gleitlagerbuchse für die Kolbenstange.

Sie ist aus Gleitlagerkunststoff der Firma Igus hergestellt

und bildet mit einem weiteren Teil aus diesem Werkstoff

und einer Dichtschnur eine nachstellbare Stopfbuchse.

 

Wenn die Schieberstange und das obere Ende des Voreilhebels

richtiger Weise miteinander verbunden werden,

dann kann die Einstellung des Flachschiebers beginnen!

(Es hat dann gut geklappt!)

 

Herstellung des neuen Blasrohrkopfes,

wie ihn Holger Haußmann in seinem letzten Jahr entworfen hatte.

Die vier kleinen (0,7mm) Bohrungen,

in einem Winkel von 4° von der Senkrechten nach innen geneigt,

ergeben den neuen Hilfsbläser.

 

Stück für Stück

oder

- Rohr für Rohr - Verschraubung für Verschraubung -

entsteht das neue Röhrleswerk der Dampfmaschin.

 

Zu später Stunde,

in der ehemaligen Lokleitung

des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Crailsheim

findet Anfang Dezember 2014 die Anheizprobe statt.

 

Sie läuft!!!

 

Es gab zwar noch Mancherlei zu optimieren,

aber sie konnte am 2. Advent im Bad Mergentheimer Kurpark

erfolgreich ihre Zugleistungen erbringen.